Keine Billag-Gebühren - kein Verkehrsfunk

Eine der Dienstleistungen, die von der Abschaffung der Billag Gebühren direkt betroffen wäre: Der Verkehrsfunk, der uns die aktuellen Verkehrsmeldungen via Autoradio in drei Sprachen liefert.

Die SRG als heutige Hauptaktionärin der ViaSuisse ist finanziell sehr stark an diesem Dienst beteiligt. Eine Abkehr der SRG aufgrund finanzieller Einschränkungen würde bedeuten, dass sehr rasch eine neue Finanzierungslösung gefunden werden müsste, es müssten neue Partner gesucht werden, die bereit sein, diesen öffentlichen Auftrag des Bundes mit der ViaSuisse zusammen wahrzunehmen.

Dies ist nur eine der Konsequenzen, die aus einer Abschaffung der Billag-Gebühren resultieren könnte. Wir sollten uns bei dieser Abstimmung also nicht nur von Pauschalisierungen leiten lassen, sondern handfeste Vor- und auch Nachteile der Finanzierung durch das Volk benennen und gegeneinander abwägen.

No-Billag? No-Go!

Der folgende Leserbrief eines besorgten Schweizer Bürgers soll als Beitrag zur aktuell laufenden Diskussion dienen. Diskutieren Sie mit, indem Sie uns einen Kommentar hinterlassen.

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Man sollte meinen, als Gewerbler und langjähriger Politiker, logischerweise rechts von der Mitte, hätte man es einfacher, in dieser verzwickten Angelegenheit eine Position zu finden.

Haben Sie auch die Relationen verloren? Das gesamte schweizerische Radio- und TV-Angebot kostet künftig gemäss Bundesrätin Leuthardt pro Jahr Fr. 365.--, also einen Franken pro Tag. Ein Teleclub-Abo, schon nur in der Grundversion, kostet Fr. 358.80. Darin ist weder Radio (z.B. im Auto oder im Büro) noch irgendwelche Information enthalten. Wünscht man die Zusatzpakete „Sport“ und „Family“ etc. ist man schnell bei Fr. 700.--. Noch immer ohne Radio und Nachrichten. Wird SF DRS also zugrunde gerichtet, wie es die No-Billag-Befürworter planen, profitieren nur wenige, z.B. die Pay-TV-Anbieter. Und man ist gezwungen, zu kaufen, was diese anbieten. So viel zu Freiheit und Meinungsvielfalt.

Haben Sie übrigens auch verglichen: Das BLICK-Abo (Sie lesen diesen durchschnittlich maximal fünf Minuten pro Tag) kostet Fr. 389.--, der Sonntags-BLICK noch zusätzlich Fr. 189.--. Die AZ ist mittlerweilen, trotz Aufgabe der Sonntagsausgabe, bei stolzen Fr. 509.— für das Jahresabo angekommen.

Es geht nicht mehr um die Sache. Es geht viel mehr darum, die vermeintlich linke SRG zu zerstören. Wenn Sie aber das Programm mal anschauen, müssen Sie zugeben, dass die Berichterstattung eigentlich ausgewogen ist. Nicht nur Linke, auch die SVP und sogar deren Uebervater Blocher kommen zu Wort. Es stimmt schon nachdenklich: Haben Sie bei Blocher-TV schon mal einen Linken gesehen? Das Kapital bestimmt, wer reden darf. Wollen wir das wirklich ? Wollen wir für die ausgedünnten Nachrichten nur noch ein Staatsfernsehen wie einst die DDR oder heute Nord-Korea?

Es ist gut, dass das längst erkannte Problem SRG überall und ausführlich diskutiert wird. Doch diese Initiative geht eindeutig zu weit. Sie ist kein Befreiungsschlag sondern eine Beschränkung der Meinungsfreiheit. Deshalb werde ich ein klares NEIN in die Urne legen. Denken Sie mal nach. Sie werden zum selben Schluss kommen.

Leserbrief Hans Wälti, Bözberg