Für den Kanton ist der WSB-Tunnel vom Tisch

Als ich am Mittwoch diesen Titel in der AZ las, blieb er mir buchstäblich in den Augen
stecken und er lässt mich nicht los:

Als Mitbegründerin der IG Bahntunnel-Kulm habe ich mich vornehmlich mit der
angestrebten Eigentrassierung der WSB durch Unterkulm und deren ungeheuerlichen
Auswirkungen auf die Strassenführung auf das Dorf auseinandergesetzt. Dass
Strassenanpassungen gemacht werden müssen, war mir von Anfang an klar; dass nun jedoch
praktisch ausschliesslich von der ‘Sanierung der Kantonsstrasse 242’ und dem T-Knoten bei
der Böhlereinmündung gesprochen wird, finde ich zu einseitig – Handlungsbedarf besteht
wegen der Bahn!

Die vorliegende Böhlerknoten-Lösung ist diskussionslos bedeutend besser als die seinerzeit
angedachte Kreisellösung; ich kann als Autofahrerin gut damit leben.
Was mir aber zu denken gibt, ist die mit keinem Wort erwähnte weiterführende Auswirkung
der WSB-Eigentrassierung in den Bereichen nördlich und südlich des Böhlerknotens. Die
Liegenschaften, die nicht rückwärtig erschlossen werden können, müssen zwingend über das
Bahntrassee erschlossen werden. Mit Barrieren? Und wie kommen die Fussgänger über die
Strasse? Ist eine Lösung mit einfältigen und gefährlichen Fussgängerbuchten wie in
Oberkulm geplant? Weshalb legen die Planer den Fokus schlicht auf den Böhlerknoten?
Es ist mir bewusst, dass ein Bahntunnel nicht ohne weiteres und von heute auf morgen aus
dem Boden gestampft werden kann. Dafür sind mir die gesetzlichen Vorgaben zu gut
bekannt. Aus meiner Sicht wäre es absolut notwendig, eine kostengünstige Zwischenlösung
anzustreben und gleichzeitig die Realisierung eines Bahntunnels voranzutreiben. Ob dieser
Bahntunnel unter der Strasse oder weiter westlich oder östlich der Hauptstrasse zu erstellen
ist, wäre ebenfalls zu prüfen. Oberstes Ziel sollte sein, die Bahn weg von der Strasse zu
bringen.

Planer Joss meint, bei einer Realisierung einer Strassen-Umfahrung sei das Problem gelöst
und der Bahn-Tunnel nicht mehr nötig. Dabei vergisst er, dass die WSB langfristig eine
Doppelspur von Aarau nach Menziken anstrebt. Das ist aber nur mit einem Tunnel zu
realisieren.

Es rächt sich, dass der Staat nicht schon von Anfang an eine GANZHEITLICHE Lösung des seit
über 40 Jahren ständig zunehmenden Verkehrsflusses gesucht hat. In Teufenthal werden
Millionen in einen Kreisel gesteckt; in Unterkulm sind 22 Mio. eingesetzt für die ‘Sanierung
der K242’.
Weshalb kam niemand auf die Idee, ab der Liebegg bis hinauf zur Schoren in Oberkulm eine
mutige Lösung für die Bahn zu suchen? In der Form eines Tunnels oder einer Hochbahn? In
den siebziger Jahren war eine westwärts gelegene Entlastungsstrasse durchs Wynental
andiskutiert und wurde wirkungsvoll verhindert. Dem Bahntunnel droht dasselbe Schicksal.
In 40 Jahren wird man dann wieder darüber nachdenken.


Ruth Wächter, Oberkulm

Böhler Kreuzung - Leserbrief in der AZ

Bevölkerung will optische und aktustische Warnsignale

Beim Böhlerknoten in Unterkulm ist die Verkehrssicherheit nicht mit zusätzlichen Bahnwarnblinkern gesichert. Der Kanton und die WSB handeln hier schlicht und einfach grobfahrlässig. Und das seit Jahren. Jede Baustelle entlang des Bahntrassees ist besser abgesichert. Jeder Einwand, es mache jetzt keinen Sinn mehr, ein Provisorium zu erstellen - weil ein Kreisel geplant ist - ist menschenverachtend.
Bis jetzt hat es nur mit viel Glück noch keine tragischen Unfälle gegeben. Auch für die Lokführer ist es eine Zumutung, diese gefährliche Passage zu befahren. Hat die WSB Direktion tatsächlich das Gefühl, mit einem gegen die Böhlerstrasse ausgerichteten Blinker und einer, an einer Leitungsmasten montierten lächerlichen Tafel sei der Verkehrssicherheit an dieser Stelle Genüge getan? Auch zusätzlich angebrachte, kleine Bahnwarnschilder bringen nicht viel. Die Bevölkerung möchte sofort optisch und akustisch auf das Herannahen eines Zuges aufmerksam gemacht werden.

Urs Bader, Oberkulm